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Fragen und Antworten

Fragen und Antworten2020-07-10T12:26:46+00:00

Gesetze, Bestimmungen und Regulatorien ändern sich laufend. Den Überblick in der schieren Menge zu behalten, ist schwierig. Wir übernehmen das für Sie und geben hier kurze und knackige Antworten auf aktuelle Fragen rund um treuhänderische Themen.

3. Säule: Kann ich den Steuerbeleg nachreichen?2020-07-08T13:19:51+00:00

«Ich habe vergessen, in der Steuererklärung 2016 den Beleg über die Einzahlung in die Säule 3a beizulegen. Das Steueramt Baselland hat den 3a-Abzug deshalb gestrichen, was mich rund 1400 Franken zusätzliche Steuern kosten würde. Kann ich den Fehler noch korrigieren?»

Ja. Solange die Steuererklärung nicht definitiv ist, können Sie den Beleg nachreichen. Sie können sogar die 3a-Einzahlung noch nachdeklarieren und den Abzug vornehmen, falls Sie dies vergessen hätten. Der 3a-Bankbeleg muss aber zwingend der Steuererklärung beigelegt werden, andernfalls akzeptieren die Steuerbehörden den 3a-Abzug nicht.

Sollte die Veranlagung bereits definitiv, die 30-tägige Einsprachefrist aber noch nicht abgelaufen sein, können Sie gegen die Einschätzung Einsprache erheben und ihr die 3a-Bestätigung der Bank als Beweismittel beilegen.

Sollte die Veranlagung aber definitiv und die Einsprachefrist abgelaufen sein, lässt sich das kaum noch korrigieren. Zwar ist eine nachträgliche Revision theoretisch möglich. Doch die Voraussetzungen dafür sind sehr eng definiert. Insbesondere ist eine Revision nicht möglich, wenn – wie in Ihrem Fall – einfach ein Fehler passiert ist, der bei zumutbarer Sorgfalt hätte vermieden werden können.

Aktien deklarieren: trotz Freibetrag?2020-07-09T09:21:03+00:00

«lch lebe von einer bescheidenen IV-Rente, habe aber noch ein paar Aktien im Wert von 20’000 Franken. Muss ich diese Aktien in der Steuererklärung angeben, obwohl klar ist. dass ich mit diesem Betrag als Alleinstehender in Basel-Stadt unter die Vermögensfreigrenze von 75’000 Franken falle?»

Ja. Steuerpflichtige müssen die Steuererklärung «wahrheitsgemäss und vollständig» ausfüllen. Und sie müssen der Steuererklärung ein Verzeichnis über «sämtliche» Wertschriften beilegen, wie es im Gesetz heisst. Die Steuerbehörde macht dann die Veranlagung aufgrund der vollständig deklarierten Steuerfaktoren. Das Resultat kann durchaus sein, dass kein steuerbares Einkommen bzw. kein steuerbares Vermögen vorliegt. Diesen Entscheid zu treffen ist aber nicht Sache des Steuerpflichtigen.

Tipp: Sollte Ihnen die Auflistung der einzelnen Aktien zu mühsam sein, können Sie bei der Bank einen Steuerauszug des Depots bestellen, im Wertschriftenverzeichnis erwähnen und der Steuererklärung beilegen. Darin sind auch allfällige Dividenden verzeichnet, die Sie als Einkommen deklarieren müssten. Die meisten Banken verlangen dafür allerdings eine Gebühr.

Muss ich die Anzahlung versteuern?2020-07-08T13:21:09+00:00

«Wir können nächstes Jahr ein neues Haus beziehen. Dafür musste ich eine Anzahlung von 115 000 Franken machen. Wie muss ich die Summe versteuern?»

Sie müssen diese Anzahlung als Vermögen deklarieren. Dafür gibt es in der Regel die Rubrik «Übrige Vermögenswerte». Im Kanton Zürich zum Beispiel ist es die Ziffer 30.6.

Arbeitszimmer im Eigenheim: Ändert sich die Besteuerung?2020-07-08T13:26:39+00:00

«Ich arbeite von zu Hause aus und kann einen Steuer­abzug für die Nutzung eines Wohnraums als Arbeits­zimmer machen. Die Steuerbehörden haben das immer akzeptiert. Nun wechsle ich von einer Mietwohnung in eine Eigentumswohnung am gleichen Ort. Ändert das etwas an der Besteuerung?»

Nein. Berechnungsbasis ist künftig aber nicht mehr der Miet­zins, sondern der Eigenmietwert. Sie dürfen also weiterhin den beruflich genutzten Anteil an Ihren Wohnkosten aus­scheiden und abziehen.

Die Berechnung des Abzugs ist von Kanton zu Kanton unter­schiedlich. Meist kommt ein Teilungsfaktor zur Anwendung, der sich aus der Zimmerzahl plus eins oder plus zwei ergibt.

Kein Steuerabzug für Berufskleider?2020-07-09T09:25:24+00:00

«lch arbeite hauptberuflich als Primarlehrerin und nebenberuflich als Zumba-lnstruktorin. Für diesen Tanz braucht es bunte Kleider, die ich privat nie tragen würde. Dennoch verweigert mir das Steueramt den Abzug für meine Zumba-Shirts und -Hosen als Arbeitskleider. Ist das korrekt?»

Ja. Ob die bunten Kleider Ihrem persönlichen Geschmack entsprechen oder nicht, ist aus steuerlicher Sicht nicht entscheidend. Zumba-Kleider sind nicht so ausgefallen, dass sie nicht in der Freizeit oder am Strand getragen werden könnten.

Der Abzug für Berufskleider ist nur unter sehr eng definierten Voraussetzungen zulässig. Problemlos möglich ist er bei Überkleidern wie etwa einem Laborkittel oder einem blauen Arbeitergewand. Dasselbe gilt für einen Arbeitshelm oder für verstärkte Werkstattschuhe.

Nicht abzugsfähig sind dagegen teure Massanzüge oder Designerkleider, weil teure Kleider auch privat getragen werden könnten. Eine der wenigen Ausnahmen: Der Frack von Dirigenten und Orchestermusikern ist normalerweise als spezielle Berufskleidung akzeptiert.

Ganz allgemein gilt übrigens: Berufskleider können nur abgezogen werden, wenn man auf den Pauschalabzug für Berufsauslagen verzichtet. Dann sind alle Auslagen von null auf zu berechnen und zu belegen.

Datenaustausch auch für Vorsorgegelder?2020-07-09T09:34:13+00:00

«Gilt der automatische Informationsaustausch auch für Gelder auf 3a-Konten und auf Freizügigkeitskonten?»

Nein. Kontoinformationen im Bereich der 2. Säule (Pensionskasse) sowie der steuerbegünstigten gebundenen Säule 3a sind von der Meldepflicht ausgenommen. Sie werden daher nicht vom automatischen Informationsaustausch unter den Staaten erfasst.

Muss ich den Dienstaltersbonus versteuern?2020-07-08T13:40:08+00:00

«Nach 20 Dienstjahren schenkt mir mein Arbeitgeber 5’000 Franken. Ich habe ihn gebeten, das Geld bar auszuzahlen. Ich glaubte, dann müsse ich es nicht versteuern. Doch er sagt, das stimme nicht. Hat er Recht?»

Ja. Ein Dienstaltersgeschenk in Geldform muss im Lohnausweis deklariert sein – unabhängig davon, ob es Ihnen mit dem Lohn aufs Bankkonto ausbezahlt wird oder bar auf die Hand. Einzig Naturalgeschenke bis zu einem Wert von 500 Franken (z. B. eine Uhr) müssen nicht deklariert werden.

Dies gilt übrigens auch für die Beiträge an die AHV/IV/EO und die Arbeitslosenversicherung: Dienstaltersgeschenke gehören zum massgebenden AHV-Lohn. Somit wird bei Ihren 5’000 Franken auch der Abzug für AHV/IV/EO und die Arbeitslosenversicherung gemacht. Immerhin: Auch bei der AHV sind Naturalgeschenke unter 500 Franken von der Beitragspflicht ausgenommen.

Kann ich mich gegen eine Doppelbesteuerung wehren?2020-07-08T13:06:12+00:00

«Ich bin Schwede und erhalte sowohl aus Schweden als auch aus der Schweiz eine Rente. Nun verlangt mein Aargauer Gemeindesteueramt, dass ich meine schwedische Rente versteuere, obwohl ich das schon in Schweden tun muss. Soll ich mich dagegen wehren?»

Ja. Die Besteuerung von schwedischen Renten ist im Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Schweiz und Schweden geregelt. Dort heisst es, dass schwedische Ruhegehälter in Schweden besteuert werden können. Schweden rechnet dann den Steuerbetrag an, der in der Schweiz auf diesem Pensionseinkommen fällig gewesen wäre. Trifft das bei Ihnen zu, entfällt eine Besteuerung in der Schweiz. Solange ein Steuerjahr noch nicht definitiv veranlagt ist, können Sie Einsprache erheben. Die Einsprache müssen Sie dem zuständigen kantonalen Steueramt zustellen.

Eigenmietwert: Abzug bei Umbau2020-07-08T14:08:18+00:00

Bleibt selbstgenutztes Wohneigentum während Renovationsarbeiten unbewohnbar, so darf man für diese Zeit den Eigenmietwert kürzen. Die Details unterscheiden sich aber von Kanton zu Kanton.

Wer sein Haus oder seine Eigentumswohnung umbaut und während dieser Zeit eine andere Bleibe braucht, darf in der Steuererklärung einen entsprechenden Abzug auf seinen Eigenmietwert vornehmen. Dauern die Arbeiten zum Beispiel einen Monat, so darf man den Eigenmietwert um einen Zwölftel kürzen.

Voraussetzung ist allerdings, dass das Haus oder die Wohnung während dieser Zeit tatsächlich nicht bewohnt ist. Der Kanton Thurgau etwa verlangt als Beweis dafür, dass alle Möbel aus dem Eigenheim entfernt sind. «Bleiben die Möbel während der Renovation im Haus, ist der volle Eigenmietwert zu versteuern», sagt Jakob Rütsche, Amtsleiter der Thurgauer Steuerverwaltung.

Der Kanton Zürich fordert Beweise wie Fotos der leer geräumten Wohnung oder andere schriftliche Belege, damit der Abzug geprüft wird. Und St. Gallen verlangt gar, dass während des Umbaus Kosten für eine Fremdmiete entstanden sind – etwa für Übernachtungen in einem Hotel. Eine Gratisunterkunft bei Freunden oder Familie berechtigt laut Amtsleiter Felix Sager nicht zum Steuerabzug.

Andere Steuerverwaltungen sehen das weniger eng: In den Kantonen Aargau, Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Bern, Graubünden und Luzern etwa reicht es, wenn das Haus oder die Wohnung nicht bewohnbar war und tatsächlich auch nicht bewohnt wurde.

Eine zeitliche Untergrenze gibt es dabei nicht. In der Praxis gebe es aber «keine Fälle, in denen der Abzug nur für ein bis zwei Wochen geltend gemacht würde», meint Urs Hartmann, Vorsteher der Steuerverwaltung Graubünden. Auch alle übrigen von K-Geld angefragten Kantone legen keine zeitliche Minimalgrenze fest. Lediglich Zürich will den Abzugswunsch nur dann prüfen, wenn der Umbau mindestens einen Monat gedauert hat.

Und wenn das Eigentum während der Umbauphase nur teilweise bewohnbar ist? Dann kommt der Eigenmietwert in den Kantonen Aargau, Basel-Stadt, St. Gallen, Thurgau und Zürich dennoch «voll zur Anwendung», wie zum Beispiel Andreas Tschanen, Leiter Unterabteilung Veranlagung der Steuerverwaltung Aargau, ausführt. Es gibt dann also keinen Abzug.

Basel-Landschaft, Graubünden und Luzern sagen, sie würden bei teilweiser Bewohnbarkeit zumindest den Einzelfall prüfen. Die Herabsetzung des Eigenmietwerts werde in solchen Fällen aber eher abgelehnt. erklärt Benjamin Pidoux, Leiter Rechtsdienst der Steuerverwaltung Basel-Landschaft. Die Steuerverwaltung Bern dagegen akzeptiert einen anteiligen Abzug auch dann, wenn die Wohnung oder das Haus nur teilweise bewohnbar war.

Einkommenssteuer: Muss ich den Erlös für verkaufte Sachen als Einkommen versteuern?2020-07-08T14:57:32+00:00

«In letzter Zeit verkaufe ich immer mehr meiner Wohnungseinrichtung. Ich habe damit recht viel Geld verdient. Muss ich den Betrag als Einkommen versteuern?»

Nein. Private Gewinne aus beweglichem Vermögen sind sowohl beim Bund als auch bei den Kantons- und Gemeindesteuern von der Einkommenssteuer befreit. Wenn Sie also etwas aus Ihrem Privatbesitz mit Gewinn verkaufen, brauchen Sie ihn nicht als Einkommen zu versteuern. Sollte das Steueramt nachfragen, woher der Vermögenszuwachs zum Beispiel auf Ihrem Bankkonto stammt, können Sie darlegen, dass Sie private Gegenstände verkauft haben. Wichtig ist, dass Sie grössere Vermögenswerte wie Gemälde zuvor in der Steuererklärung als Vermögen deklariert hatten.

Einkommenssteuer: Muss man Lottogewinne versteuern oder nicht?2020-07-08T15:07:17+00:00

«Ich habe letztes Jahr 15’000 Franken im Lotto gewonnen. Muss ich das Geld versteuern? Ich habe gelesen, man müsse das neuerdings nicht mehr.»

Lottogewinne über 1 ‚000 Franken müssen zurzeit noch als Einkommen versteuert werden. Von den erhaltenen 15’000 Franken können Sie die Kosten für den Lotterieeinsatz abziehen. Deklariert wird der Gewinn im Wertschriftenverzeichnis. Der Bundesrat hat zwar vorgeschlagen, dass Lottogewinne nicht mehr versteuert werden müssen – wie es heute schon bei Casino-Gewinnen der Fall ist. Doch ob und wann diese Regelung eingeführt wird, ist offen.

Einkommenssteuer: Was muss ich als Rentner versteuern?2020-07-09T09:10:43+00:00

«Ich bin seit November 2014 pensioniert und beziehe die Rente der Pensionskasse. Was muss ich in der nächsten Steuererklärung für die Steuerperiode 2014 angeben: Meinen lohn oder die Pensionskassenrente?»

Sie müssen bei der Steuererklärung für 2014 (auszufüllen 2015) sämtliche Einkommen deklarieren, die Sie in der Steuerperiode 2014 erzielt haben. Die Pensionierung ändert diesbezüglich nichts.

Im Detail:

  • Den Lohn von 2014 für die Zeit bis zur Pensionierung. Dazu erhalten Sie von Ihrem Arbeitgeber einen Lohnausweis.
  • Die Rente der Pensionskasse für November und Dezember 2014. Für den Betrag, den Sie von der Pensionskasse beziehen, erhalten Sie eine Rentenbescheinigung. Diese Einkünfte sind unter der Ziffer «Einkünfte aus Sozlal- und anderen Versicherungen» zu deklarieren.
  • Falls Sie die letzten beiden Monate des Jahres 2014 auch eine AHV-Rente bezogen haben, müssen Sie diese ebenfalls angeben – Sie erhalten von der AHV ebenfalls eine Rentenbescheinigung.
  • Sie müssen auch alle weiteren Einkünfte deklarieren, wie zum Beispiel Zinserträge auf Bankkonten, Lottogewinne oder den Eigenmietwert, falls Sie eine Immobilie besitzen.
  • Falls Sie 2014 ein Konto der Säule aufgelöst haben, müssen Sie diese KapItalleistung ebenfalls deklarieren.

Übrigens: Bei der Einkommenssteuer gibt es für Rentnerinnen und Rentner keinen Freibetrag.

Erbschaftssteuer: Hat der Kanton richtig gehandelt?2020-07-08T15:29:01+00:00

«Für die Berechnung der Erbschaftssteuer nahm der Kanton Tessin den Bankkontostand am Todestag meines Vaters. Dabei hatte ich noch umfangreiche Kosten wie zum Beispiel die Beerdigung. Ist die Tessiner Behörde korrekt vorgegangen?»

Ja. Für die Berechnung des Erbschaftswerts wird als Stichtag der Todestag des Erblassers genommen. Das gilt Jedoch nicht nur für die Aktiven, sondern auch für die Passiven – z. B. für eine Hypothekarschuld. Somit ist der Kontostand des Bankkontos per Todestag massgebend, auch wenn durch den Todesfall hohe Kosten anfallen. Diese sogenannten Erbgangschulden können dann in der Regel – je nach Kanton – später vom unverteilten Nachlass abgezogen werden. Dadurch sinkt auch die Steuerlast der Erben.

Erneuerungsfonds: Muss ich meinen Anteil versteuern?2020-07-09T09:15:21+00:00

«Ich habe eine Eigentumswohnung. Mein Steuerberater hat mir in der Steuererklärung meine Anteile am Erneuerungsfonds im Wertschriftenverzeichnis als Bankguthaben aufgelistet. Ist das korrekt?»

Ja. In den meisten Kantonen wird der Anteil am Erneuerungsfonds steuerlich als Vermögen betrachtet. Die Stockwerkeigentümergemeinschaft ist im Sinne des Gesetzes weder eine juristische noch eine natürliche Person und daher nicht steuerpflichtig. Steuerpflichtig ist der jeweilige Stockwerkeigentümer. Entsprechend muss jeder Stockwerkeigentümer seinen Anteil am Fonds als Vermögen deklarieren. Einzelne Kantone verzichten allerdings auf die Besteuerung von Vermögen in einem Erneuerungsfonds.

Beachten Sie zu diesem Thema:
In der Regel liegt das Vermögen auf einem Sparkonto, das Zinsen abwirft, die der Verrechnungssteuer unterliegen. Doch in der Steuererklärung müssen Sie Ihren Anteil am Zinsertrag in der Spalte «Werte ohne Verrechnungssteuer» eintragen. Denn es ist die Verwaltung, die die Verrechnungssteuer als Ganzes bei der Steuerbehörde eintreibt und dann dem laufenden Vermögen der Gemeinschaft oder direkt dem Erneuerungsfonds gutschreibt.

Firmengründung: Müssen wir ein fiktives Einkommen versteuern?2020-07-08T13:10:57+00:00

«Ich werde mit Freunden eine AG gründen und uns im Handelsregister als Geschäftsleiter eintragen lassen. Wir werden jedoch ein Jahr lang unentgeltlich für die AG arbeiten. Wird uns das Steueramt ein fiktives Einkommen anrechnen?»

Nein. Die Steuerverwaltung wird sich zwar fragen, wie Sie Ihren Lebensunterhalt bestritten haben. Solange aber Ihre Vermögensentwicklung gemäss Steuererklärung plausibel ist — wenn also das Vermögen entsprechend den Lebenshaltungskosten abgenommen hat, gibt es keine Probleme.

Geld verschenkt: Was tun?2020-07-09T09:00:32+00:00

«lch habe meinem Sohn letztes Jahr 200’000 Franken gegeben. Damit hat er sich in die Pensionskasse eingekauft. Wir beide haben das in der Steuererklärung nicht ausgewiesen. Nun verlangt das Steueramt von mir eine Begründung für diese Vermögensverminderung. Wie soll ich reagieren?»

Schicken Sie der Behörde einen Beleg, dass die Summe an Ihren Sohn ging. Damit kann sie die Vermögensveränderung nachvollziehen. Und teilen Sie der Steuerbehörde mit, dass es sich um eine Schenkung handelte. Schenkungen an Kinder sind in den meisten Kantonen von der Steuer befreit und haben somit weder für Sie noch für Ihren Sohn direkte steuerliche Konsequenzen.

Gemischte Konfession: Muss ich Kirchensteuer auch für mein Kind zahlen?2020-07-08T13:09:52+00:00

«Ich bin römisch-katholisch und lebe getrennt von meiner Frau. Mein Wohnsitz liegt im Kanton Aargau. Unser 17- jähriger Sohn lebt bei mir, ist wie seine Mutter aber reformiert. Muss ich die Kirchensteuer auch für meinen Sohn zahlen, obwohl er einer anderen Konfession angehört und noch minderjährig ist?»

Ja. Bei konfessionell gemischten Familien berechnet sich im Aargau die Kirchensteuer nach Köpfen im gleichen Haushalt. Das gesamte Einkommen und Vermögen wird dazu auf die Anzahl Familienmitglieder der jeweiligen Konfession aufgeteilt, die zusammenleben und gemeinsam steuerpflichtig sind. Mitgezählt werden dabei auch die minderjährigen Kinder.

In Ihrem Fall heisst das, dass die katholische und die protestantische Kirche Anspruch auf je die halbe Kirchensteuer haben. Die eine Hälfte von Ihnen, die andere von Ihrem Sohn.

Würden Sie noch mit Ihrer Frau zusammenleben, würde die Kirchensteuer im Verhältnis zwei zu eins aufgeteilt: Zwei Drittel für die reformierte Kirche — von Ihrer Frau und Ihrem Sohn (beide protestantisch) — und ein Drittel für die römischkatholische Kirche. Die gleiche Regelung gilt in den Kantonen LU, NE, NW, 0W, SH, SZ, UR und ZG.

Nicht mitgerechnet werden die Kinder in den Kantonen AR, BE, GE, GR, JU, TG, TI, VS und ZH.

In Al, GL und SG werden die Kinder nur auf Wunsch mitgezählt.

Wieder andere Regelungen haben die Kantone BL, BS, FR und SO. In VD ist die Kirchensteuer in der Staatsteuer inbegriffen.

Das Geschenk meiner Tochter versteuern?2020-07-08T14:43:04+00:00

«Meine erwachsene Tochter hat von der Grossmutter viel Bargeld geerbt. Einen Teil dieses Geldes will sie mir schenken. Muss meine Tochter Erbschaftssteuern zahlen und ich eine Schenkungssteuer? Wir wohnen im Kanton St. Gallen.»

Ihre Tochter zahlt als Enkelin der Verstorbenen keine Erbschaftssteuer. Werden Geldbeträge vererbt, richtet sich die Erbschaftssteuer nach den Steuergesetzen am letzten Wohnort der Verstorbenen. Die Grossmutter lebte im Kanton Glarus. Dort gibt’s keine Erbschaftssteuer für direkte Nachkommen (wie in der grossen Mehrheit der Kantone)

Wenn Sie aber Geld von Ihrer Tochter geschenkt erhalten, müssen Sie eine Schenkungssteuer zahlen Sie richtet sich nach den Ansätzen und Bestimmungen am Wohnort des Schenkers bzw. Ihrer Tochter, hier also dem Kanton St. Gallen. Die Steuer beträgt 10 Prozent – für Eltern sind die ersten 25’000 Franken jedoch nicht steuerpflichtig.

Beispiel: Schenkt Ihnen Ihre Tochter 75’000 Franken, zahlen Sie 10 Prozent auf 50’000 Franken (75’000.– minus 25’000.–), also 5’000 Franken.

Muss ich Grundstückgewinnsteuern zahlen?2020-07-08T13:05:08+00:00

«Mein Elternhaus in Sissach BL ist im Besitz einer Erbgemeinschaft. Zur Hälfte gehört das Haus mir, zur anderen Hälfte meinem Neffen, der an die Stelle meines verstorbenen Bruders getreten ist. Mein Neffe will mir nun meinen Anteil abkaufen. Fällt für mich beim Verkauf die Grundstückgewinnsteuer an?»

Nein. Die Übertragung einer Liegenschaft aus einer Erbengemeinschaft an einen Erben löst in keinem Kanton die Grundstückgewinnsteuer aus. Sie wird aber lediglich aufgeschoben. Das heisst: Ihr Neffe muss beim einem späteren Verkauf des Hauses die Steuer auf der Basis der Steuerfaktoren Ihrer Eltern bezahlen.

Ist die Hotelrechnung von den Steuern abziehbar?2020-07-08T12:29:28+00:00

«Meine Mietwohnung wurde saniert. Deshalb wohnte ich während zwei Wochen im Hotel. Kann ich die Hotelrechnung von den Steuern abziehen?»

Nein. Mietzinsen kann man in der Steuererklärung nicht vom Einkommen abziehen. Also auch keine Hotelkosten, die wegen eines Umbaus anfallen. Sie können jedoch für die Zeit des Umbaus, in der Sie nicht in der Wohnung wohnen konnten, eine Mietzinsreduktion auf Null verlangen.

Vorzeitige Hypo-Auflösung und Steuerabzug2020-07-08T15:26:13+00:00

«Wer eine Festhypothek vorzeitig auflöst, muss in der Regel der Bank eine sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung zahlen (K-Geld 1/2017). Kann man diese Zahlung bei der Einkommenssteuer als Schuldzins abziehen?»

Jein, sagt das Bundesgericht. Wenn die aufgelöste Hypothek beim gleichen Kreditgeber durch eine andere ersetzt wird, gilt die Vorfälligkeitsentschädigung als steuerlich absetzbarer Schuldzins. Das ist etwa der Fall, wenn eine Festhypothek durch eine Liborhypothek ersetzt wird.

Wird hingegen das Haus definitiv verkauft und die Hypothek deshalb ganz aufgelöst, ist die Abzugsfähigkeit als Schuldzins nicht gegeben. Und auch dann nicht, wenn Jemand eine Hypothek frühzeitig kündigt, um sie bei einem anderen Kreditgeber neu abzuschliessen.

Immerhin: Wird wegen des Verkaufs des Hauses eine Vorfälligkeitsentschädigung fällig, kann diese bei der Grundstückgewinnsteuer abgezogen werden.

Steuern: Kann ich den Kinderunterhalt abziehen?2020-07-09T11:25:08+00:00

«Ich zahlte für meinen Sohn bis zu seinem Lehrabschluss im letzten August Unterhalt. Danach nahm er eine Stelle an. Kann ich nun in der Steuererklärung den Kinderunterhalt von 11’000 Franken anteilsmässig bis August abziehen?»

Nein. Für die Festsetzung der Sozialabzüge sind jeweils die Verhältnisse am Ende der Steuerperiode massgebend. Das heisst: Sie können den Kinderabzug nicht mehr beanspruchen, weil Ihr Sohn am 31.12.2018 erwerbstätig war.

Wer bestimmt die Kirchensteuern?2020-07-09T11:25:13+00:00

«Warum sind die Kirchensteuern in den Kantonen Genf, Neuenburg und Tessin freiwillig?»

Die Kirchenhoheit obliegt gemäss Bundesverfassung den Kantonen. Diese können selber bestimmen, welche Kirchen sie anerkennen und ob bzw. wie sie die Steuern erheben. Es gibt Kantonsverfassungen, die ein Obligatorium für die Kirchensteuer vorsehen, und solche, bei denen es den Gemeinden bzw. Kirchgemeinden freigestellt ist, eine Steuer zu erheben. Im Kanton Tessin haben nur wenige Kirchgemeinden vom Recht Gebrauch gemacht, eine Kirchensteuer zu erheben.

Lottogewinn: Auswandern, um Steuern zu sparen?2020-07-09T11:25:18+00:00

«Wenn ich im Lotto viel Geld gewinne, sind bekanntlich sehr hohe Steuern geschuldet. Würde es sich lohnen, in einem solchen Fall auszuwandern, um die Besteuerung des Gewinns zu vermeiden?»

Nein. Zur Sicherstellung der Besteuerung zieht die Lottogesellschaft vom Gewinn vorab 35 Prozent Verrechnungssteuer ab und überweist das Geld der Eidgenössischen Steuerverwaltung Diesen Abzug erhalten Sie zurück, sobald Sie den Lottogewinn als Einkommen versteuern.

Wenn Sie Ihren Lebensmittelpunkt und damit auch Ihren Steuersitz ins Ausland verlegen, ist der Verrechnungssteuerabzug verloren. Es sei denn, Sie versteuern den Gewinn an Ihrem neuen Wohnsitz. Dann können Sie die Verrechnungssteuer in der Schweiz zurückfordern. Voraussetzung ist ein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Schweiz und Ihrem Wohnsitzland, welches dies so regelt.

Die «Steuerflucht» ins Ausland würde sich also nur dann lohnen, wenn Sie ein Land finden, welches das Einkommen sehr viel tiefer oder gar nicht besteuert und dennoch ein Doppelbesteuerungsabkommen mit der Schweiz abgeschlossen hat – wie zum Beispiel Rumänien

Hingegen kann sich bei einem sehr hohen Lottogewinn der Wohnsitzwechsel in einen steuergünstigen Kanton rechtfertigen Bei einem Gewinn von beispielsweise 5 Millionen Franken würde Sie beim Umzug von Basel nach Zug über 700’000 Franken Einkommenssteuern sparen. Der Gewinn wird nämlich dort besteuert, wo Sie am 31. Dezember des Jahres Ihren Wohn- und Steuersitz haben.

Dies gilt allerdings nicht bei einem Umzug in eine andere Gemeinde innerhalb des gleichen Kantons. Denn in diesem Fall gilt als Besteuerungsdatum der 1. Januar des betreffenden Jahres; das Zügeln nach dem Volltreffer bringt also nichts.

Zählt der Marchzins zum Vermögen?2020-07-09T11:25:24+00:00

«Muss der Marchzins einer periodisch verzinsten Obligation, der beim Vermögensverzeichnis separat aufgeführt ist, als Vermögen deklariert werden?»

Nein. Marchzinsen sind laufende, noch nicht fällige Zinsen für die Zeit vom Fälligkeitsdatum des letzten eingelösten Coupons bis zum Verkauf der Obligation. Sie fallen beim Bund und fast allen Kantonen nicht unter das steuerbare Einkommen, sondern gelten als steuerfreier Kapitalgewinn. Dies, weil sie ein Bestandteil des Kaufpreises sind, der vom Käufer an den Verkäufer der Obligation bezahlt wird. Die (vom Schuldner der Obligation) periodisch ausbezahlten Zinsen hingegen werden beim Einkommen versteuert. Als Vermögen wird der Steuerwert (Kurswert am Stichtag ohne Marchzinsen) eingetragen.

Muss ich die Mitarbeiteroptionen sofort versteuern?2020-07-09T11:25:29+00:00

«Als Bonus habe ich von meinem Arbeitgeber Mitarbeiteroptionen erhalten, die ich jederzeit über die Börse verkaufen kann. Ich ging davon aus, dass ich die Optionen erst mit dem tatsächlichen Verkauf versteuern muss. Nun höre ich aber, dass ich sie bereits jetzt versteuern müsse. Ist das richtig?»

Ja. Mitarbeiteroptionen, die frei an der Börse handelbar sind, sind wie Jedes andere Einkommen steuerpflichtig, sobald man sie erhält Dass Sie die Optionen eventuell erst später zu Geld machen möchten, ändert daran nichts. Ein allfälliger Kapitalgewinn bis zum effektiven Verkauf ist dagegen steuerfrei.

Alle anderen Mitarbeiteroptionen – also all jene, die mit bestimmen Verkaufsbeschränkungen belegt sind – werden erst zum Zeitpunkt der Ausübung beziehungsweise des Verkaufs besteuert.

Details zu dieser Thematik stehen im Kreisschreiben Nr. 37 der Eidgenössischen Steuerverwaltung.

Negativzinsen vom Einkommen abziehen?2020-07-09T11:25:39+00:00

«Meine Bank belastet mir neuerdings Negativzinsen auf meinem Kontoguthaben. Kann ich diese in der Steuererklärung
vom Einkommen abziehen?»

Ja. Diese Negativzinsen können Sie als Schuldzinsen im Schuldenverzeichnis der Steuererklärung in Abzug bringen.

Renovationen: Kann ich die Eigenleistung abziehen?2020-07-09T11:25:48+00:00

«Ich habe in meinem Haus ein paar Renovationen machen lassen und diverse Handwerker beauftragt. Einige Arbeiten habe ich selber gemacht. Deshalb werde ich bei der Steuererklärung die effektiven Unterhaltskosten abziehen und nicht die Pauschale. Kann ich meinen eigenen Aufwand ebenfalls zu den Unterhaltskosten zählen?»

Nein. Im Zürcher Steuerbuch zum Beispiel steht klar: «Eigenleistungen eines Unselbständigerwerbenden an seiner eigenen Liegenschaft stellen kein Einkommen dar. Daher können Eigenleistungen auch nicht als Liegenschaftsunterhaltskosten in Abzug gebracht werden.» In anderen Kantonen fehlt in den entsprechenden Merkblättern ein genauer Hinweis auf diesen Sachverhalt. Man kann aber davon ausgehen, dass das Gesagte in der ganzen Schweiz gilt.

Rente aus Deutschland: Muss ich auch dort Steuern zahlen?2020-07-09T11:25:54+00:00

«Meine Frau erhält eine kleine Rente aus Deutschland. Sie war dort in den 70er-Jahren als Lehrerin angestellt. Die Rente geben wir in der Schweiz bei den Steuern als Einkommen an. Nun verlangt das deutsche Finanzamt die Versteuerung in Deutschland. Ist das zulässig?»

Ja. Da Ihre Frau beim Staat angestellt war und die Rente vom Staat erhält, ist die Versteuerung in Deutschland korrekt. In der Schweiz ist die Rente nur satzbestimmend. Das heisst: Die Rente aus Deutschland wird nicht zum steuerbaren Einkommen gezählt. Sie lässt aber den Steuersatz für das in der Schweiz erzielte Einkommen ansteigen.

Anders wäre es, wenn Ihre Frau beispielsweise eine Rente aus einer nicht-staatlichen Anstellung erhalten würde. In diesem Fall müsste sie die Rente wegen des Doppelbesteuerungsabkommens in der Schweiz versteuern.

Muss meine Ex-Partnerin Schenkungssteuern zahlen?2020-07-09T11:26:00+00:00

«Seit anderthalb Jahren lebe ich von meiner Frau getrennt. Bald werden wir uns scheiden lassen. Ich möchte ihr aus einer von mir gemachten Erbschaft eine grössere Summe überlassen. Fallen dabei Schenkungssteuern an?»

Nein, sofern Sie richtig vorgehen. Schenkungen an den Ehepartner sind in allen Kantonen steuerbefreit. Schenkungen an die ExFrau hingegen sind in vielen Kantonen steuerbar. Deshalb sollten Sie die Schenkung an Ihre Frau unbedingt noch vor der Scheidung vornehmen.

Geld im Schliessfach versteuern?2020-07-09T11:26:06+00:00

«lch habe von einer Lebensversicherung eine Auszahlung von 44’000 Franken erhalten. Ich möchte das Geld in einem Schliessfach deponieren, um die Vermögenssteuer zu umgehen. Ist das strafbar?»

Ja. Es ist durchaus erlaubt, Geld in einem Bankschliessfach zu deponieren Und zwar in beliebiger Höhe In der Steuererklärung müssen jedoch auch solche Werte unter den Vermögenswerten deklariert werden. Solche Vermögen zu «vergessen» gilt als Steuerhinterziehung und wird mit Busse bestraft. Dazu kommen Nachsteuern und Verzugszinsen.

Übrigens: Die Lebensversicherungsgesellschaften müssen Kapitalauszahlungen der Eidgenössischen Steuerverwaltung melden. Das Steueramt erfährt also, dass Sie Geld erhalten haben. Versteuern müssen Sie, was Sie davon am 31. Dezember des Jahres noch besitzen.

Selbstanzeige: Erhalte ich rückwirkend alle Verrechnungssteuern zurück?2020-07-09T11:26:13+00:00

«Ich werde mich bei den Steuerbehörden selber anzeigen, weil ich in den letzten zehn Jahren Werte für die Vermögens- und Einkommenssteuer unvollständig deklariert habe. Kann ich mir dann für diese zehn Jahre auch die Verrechnungssteuer anrechnen lassen, die ich ja nie zurückerhalten habe?»

Nein. Eine Rückerstattung der Verrechnungssteuer erfolgt nur für diejenigen Steuerperioden, die noch nicht rechtskräftig veranlagt sind. Dies gilt unabhängig davon, dass der Anspruch auf Rückerstattung grundsätzlich erst nach 3 Jahren verJährt.

Sind zum Beispiel Ihre Steuern für 2012 bereits definitiv und rechtskräftig veranlagt, können Sie jetzt die Verrechnungssteuer für jenes Jahr nicht mehr zurückfordern, obwohl die Verjährungsfrist der Rückforderung noch nicht abgelaufen ist.

Natürlich sind Sie damit gegenüber dem ehrlichen Steuerzahler benachteiligt. Dies ist vom Gesetzgeber aber so gewollt.

Das Steueramt akzeptiert nur eine Art von Abzug2020-07-09T11:26:18+00:00

Immobilienbesitzer können die Unterhaltskosten als Pauschale abziehen oder aufgrund der effektiven Kosten. Eine Mischform ist nicht zulässig.

Fritz Gubler besitzt ein Mehrfamilienhaus in Gossau ZH, das er vermietet. Jahrelang hatte er für seine Liegenschaft die Unterhaltspauschale vom steuerbaren Einkommen in Abzug gebracht. Der Kanton Zürich lässt 20 Prozent als Pauschalabzug zu. Bei vermieteten ObJekten wird die Pauschale vom Brutto-Mietertrag abgezogen, bei einer selbstbewohnten Liegenschaft vom Eigenmietwert.

Mit der Pauschale sind die Kosten für alle Rennovations- , Reparatur- und Umgebungsarbeiten abgedeckt, die der Eigentümer oder Vermieter selber tragen muss.

Im Jahr 2016 hatte Gubler nicht alle Wohnungen vermietet. Deswegen fielen lnsertionskosten von mehreren Tausend Franken an. Gubler zog den Betrag zusätzlich zur Pauschale als ausserordentlichen Aufwand von seinen Mieteinnahmen ab.

Doch damit hatte er bei den zuständigen Steuerbehörden keinen Erfolg: Sie strichen den Abzug für die lnseratekosten. Grund: Beim Unterhaltsabzug gilt ein striktes Entweder-oder: Entweder man nimmt den Pauschalabzug vor oder man macht den Abzug für die tatsächlich angefallenen Kosten. In diesem Fall muss der Steuerpflichtige den geltend gemachten Aufwand belegen. Eine Mischform ist nicht zulässig. Das gilt auch für ausserordentliche Kosten wie Inserate, die ebenfalls Teil des Liegenschaftsaufwands sind.

Steuern: Kann ich das Fitnessabo abziehen?2020-07-09T11:26:23+00:00

«lch bin selbständigerwerbender Buchantiquar und muss immer wieder schwere Bücherkisten heben. Kann ich das Jahresabo fürs Krafttraining bei den Steuern als Geschäftsaufwand abziehen?»

Nein. Das Steuergesetz lässt nur Abzüge zu, die geschäftlich begründet sind Bei einem Fitnessabo ist das nicht der Fall. Solche Ausgaben fallen unter die privaten Lebenshaltungskosten.

Steuern: Wie muss ich das verschenkte Auto eintragen?2020-07-09T11:26:29+00:00

«Ich habe meiner Freundin auf ihren Namen ein neues Auto gekauft. Wie muss ich das in der Steuererklärung deklarieren?»

Es handelt sich steuerlich gesehen um eine Schenkung. Schenkungen müssen in Ihrer und in der Steuererklärung der Beschenkten, also Ihrer Freundin, aufgeführt werden. Sie muss auf den Wert des Autos Schenkungssteuern zahlen und das Auto als Vermögen angeben. Die Schenkungssteuer richtet sich bei Geldgeschenken bzw. beweglichen Vermögenswerten immer nach dem Steuergesetz im Wohnkanton des Schenkers.

Nach Autokauf: Strafzuschlag beim Einkommen2020-07-09T11:26:34+00:00

Ein Ehepaar kaufte Autos für 300’000 Franken und deklarierte diese in der Folge beim Vermögen. Da wurde das Steueramt stutzig: Aufgrund des Vermögensstands ein Jahr vorher und der deklarierten Einkünfte im betreffenden Jahr wäre gar nicht genug Geld für einen solchen Kauf vorhanden gewesen, befand das Steueramt. Also vermutete es eine nicht deklarierte Geldquelle. Und es brummte dem Ehepaar eigenmächtig ein zusätzlich zu versteuerndes Einkommen von 142’000 Franken auf.

Vor Gericht argumentierte der Ehemann, das Geld stamme von einem zinslosen Darlehen seines Vaters. Doch dafür gab es keine Belege, sodass letztlich auch das Bundesgericht dem Mann nicht glaubte und das Vorgehen des Amts absegnete. Dass der Vater nachträglich eine Darlehens-Bestätigung einreichte, nützte nichts.

Unternutzung: Sinkt auch der Pauschalabzug?2020-07-09T11:26:38+00:00

«Weil unsere Kinder ausgezogen sind, kann ich einen tieferen Eigenmietwert versteuern. Jetzt behauptet das Steueramt, ich könne den 20-prozentigen Abzug für Unterhaltskosten auch nur vom tieferen Eigenmietwert abziehen. Stimmt das?»

Ja. Sie müssen wegen der Unternutzung effektiv weniger Eigenmietwert versteuern. Daraus ergibt sich, dass die Unterhaltspauschale ebenfalls auf der Basis dieses reduzierten Eigenmietwerts berechnet wird. Die Zürcher Finanzdirektion zum Beispiel schreibt im «Steuerbuch»: «Steht dem Steuerpflichtigen ein reduzierter Eigenmietwert zu, wird die Unterhaltspauschale auf diesem reduzierten Eigenmietwert berechnet.»

Muss ich Verrechnungssteuern nachzahlen?2020-07-09T11:26:43+00:00

«lch habe unter anderem eine Lebensversicherung geerbt, die letztes Jahr ausgezahlt wurde. Das wurde korrekt versteuert. Anlässlich der Auszahlung teilte mir die Versicherung mit: “Da Sie eine Meldung an die Eidg. Steuerverwaltung nicht wünschen, sind wir verpflichtet, 8 Prozent Verrechnungssteuern abzuziehen.” Was heisst das, und was soll ich tun?»

Die Verrechnungssteuer ist eine Sicherungssteuer, damit Leistungen korrekt als Einkommen deklariert werden. Normalerweise wird bei Versicherungsleistungen das sogenannte Meldeverfahren angewendet. Dabei wird die Verrechnungssteuer nicht von der Auszahlung abgezogen, sondern die Versicherungsleistung wird einfach der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) gemeldet. Verlangt der Steuerpflichtige ausdrücklich, dass abgerechnet wird und dass keine Meldung erfolgt, ist die Versicherung gezwungen, die Verrechnungssteuer abzuziehen und direkt einzuzahlen. Sie können die Rückerstattung der Verrechnungssteuer bei der ESTV in Bern verlangen. Dazu gibt es dort das Formular 123.

Wohnung verkauft: Wie wird die Provision versteuert?2020-07-09T11:26:49+00:00

«Wir haben für eine betagte Tante die Wohnung geräumt und verkauft. Sie wohnt im Kanton Zürich, wir in Liestal BL. Wir erhalten eine Provision von 20’000 Franken. Wie müssen wir diesen Betrag versteuern? Kann die Tante dieses Geld von der Gewinnsteuer abziehen?»

Sie müssen die Provision als Einkommen versteuern. Die Steuer richtet sich in Ihrem Fall nach den Steuergesetzen des Kantons Basel-Landschaft. Tragen Sie die Summe unter «übrige Einkünfte» ein.

Für die Grundstückgewinnsteuer ist der Kanton zuständig, in dem sich die Liegenschaft befindet. Hier richtet sie sich also nach den Gesetzen des Kantons Zürich. Ihre Tante muss innert 30 Tagen nach Eigentumsübertragung eine Steuererklärung für die Grundstückgewinnsteuer einreichen. Dabei darf sie alle Ausgaben abziehen, die im Zusammenhang mit dem Verkauf der Wohnung stehen (etwa lnsertionskosten, Grundbuch- und Notariatsgebühren). Abzugsberechtigt sind neben Anlagekosten und wertvermehrenden Investitionen auch die Handänderungskosten und eine übliche Vermittlergebühr. Letztere darf im Kanton Zürich 1 bis 2 Prozent des Verkaufspreises betragen. Also kann Ihre Tante auch die Vermittlerprovision abziehen.

Ist der pauschale Unterhaltsabzug zulässig?2020-07-09T11:26:54+00:00

«Wir besitzen ein älteres Zweifamilienhaus im Kanton Aargau. Die Wohnungen haben wir vermietet. Im vergangenen Jahr gab es keine Reparaturen. Zudem stand eine Wohnung zeitweise leer. Dürfen wir in der Steuererklärung trotzdem den pauschalen Unterhaltsabzug sowie die Betriebskosten abziehen?»

Ja. Im Kanton Aargau dürfen Sie bei älteren Gebäuden 20 Prozent der Mieterträge (ohne Nebenkosten) pauschal als Unterhalt abziehen. Betriebskosten können Sie auch bei Leerstand einer Wohnung in Abzug bringen.

Muss man die «taxe de sejour» zahlen?2020-07-10T12:27:25+00:00

«Meine Schwester hat einige Monate in einem Hotel in der Westschweiz gearbeitet und war als Wochenaufenthalterin («residence secondaire») eingetragen. Sie lebt im Kanton Zürich und zahlt dort auch Steuern. Nun wird sie in einem Brief aufgefordert, für die <taxe de sejour> ihre Monatsmiete anzugeben. Muss sie die Steuer bezahlen, obwohl es keine Zweitwohnung war?»

Ja. Diese «Aufenthaltssteuer» entspricht der Kurtaxe. Bei der Kurtaxe braucht es keinen permanenten Wohnsitz oder eine Zweitwohnung, damit man steuerpflichtig wird. Es wird eben gerade der Aufenthalt von Personen besteuert, die dort nicht der ordentlichen Steuer unterliegen. Wer also in einem Hotelzimmer, einem gemieteten Appartement oder Zimmer lebt, unterliegt der «taxe de sejour». Dies unter anderem, weil Aufenthalter die Infrastruktur des Kantons nutzen, aber nicht steuerpflichtig sind.

Ihre Schwester kann aber als Wochenaufenthalterin versuchen, die Hotel- und die Fahrtkosten sowie die Zusatzkosten für auswärtige Verpflegung bei der Steuererklärung im Kanton Zürich geltend zu machen.